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Die Beerdigung der Blumen

Wednesday, August 3rd, 2005

“Die Beerdigung der Blumen” is the German version of a poem in the greatest Chinese long novel Dream of the Red Chamber which was written in 18th century. In the novel this poem is composed by the main character Miss Daiyu Lin. Daiyu lost her mother when she was six and then lived with her grandmother, whose family is one of the most prosperous and rich in the capital city of China (at that time). Born extremely sensitive, beautiful, intelligent and physically sickness-prone, Daiyu composed many tearfully sentimental poems in the novel. She fell in love with her cousin Baoyu Jia, but mainly due to her extreme defensive way of thinking and extreme sensitivity, her love is full of sorrow/worry/anxiety most of the time. This novel consists of more than a million words so it’s really impossible to summarize it in several sentences. Because of many really complicated causalities, Daiyu died in despair of love when she was still 16 or 18 (I’m not sure how old she was when she died). In short this novel is the best (not one of the best) novel I’ve read in my short life. Undescribably beautiful, in many aspects. (I did read quite a few foreign novel works….for German ones, I fell for Stefan Zweig’s Brief einer Unbekannte(Chinese version) when I was 15 or 16….) Compared to whatever I have read, Dream of the Red Chamber has the greatest aesthetic power. (Just my humble opinion)

This poem, Die Beerdigung der Blumen, die Beerdigung der Blumenwas written after Daiyu buring some fallen flowers into earth. The fallen flowers in the late spring brought much sentiments to the sensitive Daiyu. She was saying to the fallen flowers: “…Today you died with the unspoilt purity, I know not when would I die; Today I’m here buring you, who would be there buring me when I die?….” The original poem is beautifully sorrowful and musical, with many exquisite and great images. I saw this Germany translation by accident on the ‘net today, was a little bit amused….well, it’s proven again that poems can hardly be translated (R. M. Rilke’s poems are rare exceptions. Some Chinese translations of his poems are surprisingly deep, thorough and beautiful). I can sense the translator is trying very, very hard. If doing from scratch, I myself cannot do as 1/10 as well as she/he does. She/he is doing best to keep the German text literally loyal to the original. However sometimes the literal loyalty appears just funny in another language (German)….Too late now and I need to sleep, today I just copy&paste the original translation. I’ll try to modify it (if I really can) in a more meaning-loyal manner later when I get chance. There are many typos in the current version, I’ll correct them later.

An excellent piece of music was composed for this poem by Mr. Liping Wang in 1987. It’s marvelously harmonic with the sentiment in the poem. To have a good sense of the origin, you can download the music (mp3 format, 8.7 mb) here.

Die Beerdigung der Blumen

Übersetzer: Lang Lu

Alle Blumen sind bereits verwelkt, die Kronblaetter
fliegen am ganzen Himmel. Die feuerrote Farbe ist
schon verschwunden, ebenso wie der duftende Geruch.
Aber wer hat Mitleid mit ihnen?

Vor einem auf der Hoehe stehenden Pavilion haengt
die Weidenrute kraftlos und tanzt im Wind. Die
Weidenkaetzchen sind heruntergefallen und kleben
leicht am Stickvorhang.

Maedchen im Boudoir hat Angst vor dem Ende des
Fruehlings, im Herzen voller Kummer weiss sie nicht,
wo sie sie rauslassen soll.

Mit der Blumenhacke in der Hand habe ich das
Frauengemach verlassen. Obwohl ich es nicht uebers
Herz bringe, ging ich auf den gefallenen Blumen auf
und ab.

Die Weidenzweige und die sibirischen Ulmen
verbreiten ihren Duft. Sie kuemmern sich nicht um
schwebende Pfirsichbluehten und fliegende
Pflaumenblumen.

Pfirsich- und Pflaumenbluehten werden im naechsten
Jahr wieder bluehen. Aber niemand weiss, wer im
naechsten Jahr noch im Boudoir sein wird.

Das duftende Nest ist schon im Maerz gebaut. Die
auf dem Dachbalken lebenden Schwalben sind so
herzlos, sie kuemmern sich wirklich ueberhaubt
nicht um die schwebende Blumen.

Im naechsten Jahr, wenn die Blumen bluehen, kommen
die Schwalben wieder, um Schlamm zu picken. Aber
da sind die Menschen vielleicht schon gegangen. Der
Dachbalken ist leer und das Nest aus jener Zeit ist
schon laengst runtergefallen.

Dreihundertfuenfundsechzig Tage in einem Jahr, der
Wind wie Messer und Frost wie Schwert, zwingen sie
die Blumen.

Wie lange kann die stralende Schoenheit der Blumen
dauern? Wenn sie gefallen sind, dann sind sie sehr
schwer zu finden.

Waehrend die Blumen bluehen, kann jeder sie sehen.
Aber wenn sie gefallen sind, sind sie fast
unauffindbar. Dies macht mir, der auf dem Stufen
stehende, die Blumen beerdigende Mensch,
grenzenlose Truebsal.

Allein, mich an der Blumenhacke lehnend, weine ich
heimlich. Das auf den blumenlosen Aesten
verspritzte Traenenwasser hat Blutspuren
hinterlassen.

Der Kuckuck singt nicht mehr, es ist schon
Abenddaemerung. Ich kehre heim, die Kacke tragend
und schloss jede Tuer zu.

Das Lampenlicht scheint schwach auf der Wand. Ich
bin gerade eingeschlafen. Der kalte Regen klopft
am Fenster, selbst in Decken gewickelt, ist es
nicht warm.

Angenommen, man fragt mich nach dem Grund meiner
Traurigkeit. Ein Teil ist mein Hochschaetzen vom
Fruehling und ein anderer Teil ist der Aerger
ueber ihn.

Ich schaetze das lautlose Kommen des Fruehlings,
hasse aber sein heimliches Verlassen. Er kommt
ohne etwas zu sagen und geht ohne sich zu
verabschieden.

Gestern Abend hoerte ich ausserhalb des Gartens
ein trauriges Lied. Keine Ahnung, ob die Geister
der Blumen oder die Geister der Voegel gesungen
haben.

Egal, ob Blumengeister oder Voegelgeister, sie
werden hier nicht verweilen. Voegel sprechen
nicht und Blumen haben ihre Kronblaetter
geschlossen.

Ich wuenschte wirklich, mir wuerden an den Seiten
zwei Fluegel wachsen. Mit den Blumen fliege ich an
die Grenze des Himmels.

Selbst wenn ich an der Grenze des Himmels
angekommen waere, wo sollte ich den duftenden
Geruch verbreiteten Erdhuegel suchen?

Besser bewahre ich meine edlen Knochen in einer
Seidentasche und mit einem Haufen saubere Erde
stuetze ich meine Begabung.

Weil ich mit einem sauberen Koerper gekommen bin,
gehe ich deshalb auch sauber. Es ist immerhin
besser als mit Dreck am ganzen Koerper in einem
Teich steckenzubleiben.

Heute bist du gestorben und ich beerdige ich, aber
selbst weiss ich noch nicht, wann ich sterben werde.

Wenn ich heute die Blumen beerdige, werden die
Menschen mich auslachen und fuer toericht halten.
Weiss nicht, wer mich spater beerdigen wird.

Sieh dir den Anblick des Fruehlingendes und des
leichten Fallen der Blumen an. Er ist genauso wie
der Anblick des zukunftigen Aelterns und Sterbens
einer jetzigen juengeren Frau.

Wenn der Fruehling vorbei ist, wird die junge Frau
schon alt und schwach. Dann kommt der Augenblick,
wo die Blumen verwelkt sind und die Frau tot ist,
und keiner von den beiden sich um den anderen
kuemmert.

Drei Gedichte aus Larenopfer

Friday, May 20th, 2005

ABEND

Einsam hinterm letzten Haus
geht die rote Sonne schlafen,
und in ernste Schlußoktaven
klingt des Tages Jubels aus.

Lose Lichter haschen spät
noch sich auf den Dächerkanten,
wenn die Nacht schon Diamanten
in die blauen Fernen sät.

-Raine Maria Rilke, 1895

FRÜHLING

Die Vögel jubeln – lichtgeweckt-,
die blauen Weiten füllt der Schall aus;
im Kaiserpark das alte Ballhaus
ist ganz mit Blüten überdeckt.

Die Sonne schreibt sich hoffnungsvoll
ins junge Gras mit großen Lettern.
Nur dorten unter welken Blättern
seufzt traurig noch ein Steinapoll.

Da naht ein Lüftchen, fegt im Tanz
hinweg das gelbe Blattgeranke
und legt um seine Stirn, die blanke,
den blauenden Syringenkranz.

-Raine Maria Rilke, 1895

MAITAG

Still! – ich hör, wie an Geländen
leicht der Wind vorüberhüpft,
wie die Sonne Strahlenenden
am Syringendolden knüpft.

Stille rings. Nur ein beglähter
Frosch hält eine Mückenjagd,
und ein Käfer schwimmt im Äther,
ein lebendiger Smaragd.

Im Geäst spinnt Silberrhomben
Mutter Spinne Zoll um Zoll,
und von Blütenhekatomben
hat die Welt die Hände voll.

-Raine Maria Rilke, 1895

My Favourite Poems – 1

Wednesday, March 23rd, 2005

Rabbi Ben Ezra

Not on the vulgar mass
Called “work,” must sentence pass,
Things done, that took the eye and had the price;
O’er which, from level stand,
The low world laid its hand,
Found straightway to its mind, could value in a trice:

But all, the world’s coarse thumb
And finger failed to plumb,
So passed in making up the main account;
All instincts immature,
All purposes unsure,
That weighed not as his work, yet swelled the man’s amount:

Thoughts hardly to be packed
Into a narrow act,
Fancies that broke through language and escaped;
All I could never be,
All, men ignored in me,
This, I was worth to God, whose wheel the pitcher shaped.

….
-Robert Browning